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Was kann Xylit? 

Ohne Frage kann Xylit auch optisch beeindrucken. Auf den ersten Blick kaum vom bekannten Haushaltszucker zu unterscheiden, ändert sich das Bild, wenn Xylit in Wasser aufgelöst wird. Ein Tropfen davon auf einer Glasplatte eingetrocknet, lässt eine farblose Kristallstruktur wachsen. Etwa vergleichbar mit „Eisblumen“ im Winter auf dem Fensterglas (Foto links).

Wird beim Fotografieren sogenanntes polarisiertes Licht verwendet, entsteht ein Feuerwerk an Farben (Foto rechts), das den Xylit-Kristall in seiner fantastischen Struktur erst richtig sichtbar macht (Originalgröße der verschiedenen Xylit-Motive um die 10 x 10mm; auskristallisiert mit unterschiedlichen Lösungskonzentrationen sowie Trocknungstemperaturen).

 

   

 

Die wirklich wesentliche und wichtige Eigenschaft vom Xylit ist jedoch, dass damit ein "Zucker" zur Verfügung steht, der keine Karies fördert. Die dafür vor allem verantwortlichen Streptokokkus mutans-Bakterien sind auf eine Ernährung mit Xylit nicht eingestellt und haben daher zwangsläufig keine Überlebensmöglichkeiten. Insgesamt laufen mit der Nahrungsaufnahme in der Mundhöhle hochkomplexe Stoffwechselprozesse ab. Dabei ist der Speichel ein tragender Hauptakteur. In Verbindung mit Xylit bietet sich ein ganz starker Ansatz und Weg zur Kariesbekämpfung.

Üblicherweise lassen sich die Bakterien auf den Zahnflächen nieder und bilden mit noch anderen Komponenten einen Zahnbelag, die Plaque. Diese Schicht lebt vor allem durch Zuckerzufuhr, gleichgültig, ob es sich um Honig, Haushalts-, Frucht- oder Traubenzucker handelt. Und bereits 1% Zuckergehalt in einem Nahrungsmittel genügt Plaque-Bakterien, Karies aktiv zu halten. Die Kleinstlebewesen bauen den Zucker bei ihrem Stoffwechsel zu Milchsäure ab. Gegen ein saures Milieu in der Mundhöhle ist selbst der Zahnschmelz als das härteste Körpergewebe
auf Dauer nicht gewappnet. Mineralien lösen sich aus dem Zahn heraus, Demineralisation setzt ein. Die Konsequenzen daraus werden uns spätestens beim Bohren des Zahnarztes klar.

Damit wäre der Fall eigentlich klar: Iss keinen Zucker, dann bekommst du auch keine Karies. Aber erstens ist es Zucker nicht allein und zweitens die Anwendung dieser Folgerung wenig geeignet fürs tägliche Leben. 

Hier liefert Xylit mit seinen herausragenden Eigenschaften die Antwort: Er erfüllt einerseits  unser natürliches Bedürfnis nach Süßem und bestraft uns andererseits nicht mit Karies. Karies-Bakterien sind nicht in der Lage, Xylit für ihren Stoffwechsel zu nutzen; sie "verhungern".

Xylit ist ein bemerkenswerter Stoff, der sich nicht nur als Karies-Killer auszeichnet. Mittelohrentzündung ist vor allem bei Kindern ein unangenehmes Thema; etwa 90% erkranken daran. Die Bakterie, die die Entzündung hauptsächlich hervorruft, ist der Karies-Bakterie sehr ähnlich. Bei einer Studie kauten und lutschten 1.000 finnische Kinder Xylitol-Kaugummis und -Bonbons. Das Ergebnis zeigte, dass sich das Risiko einer Erkrankung an Mittelohrentzündung  um bis zu 40% verringerte.

Xylit wird auch als Nasenspray verwendet. Nicht gegen Schnupfen, aber um die Anzahl unerwünschter Bakterien zu verringern mit positiven Folgeerscheinungen. So gibt es Berichte von Ärzten, dass mit xylitolhaltigem Nasenspray Nasennebenhöhleninfektionen sowie auch Ohrinfektionen verhindert oder erfolgreich behandelt werden konnten. Das Produkt ist in Deutschland nicht erhältlich. Wer im Internet sucht, wird meist zu Artikeln gelenkt, die auf der Xylit-Welle mitschwimmen, aber nichts damit zu tun haben. Oft ist der wirksame Bestandteil nicht aufgeführt. Meist handelt es sich dabei um Xylometazolin, das Nebenwirkungen zeigen kann. Der chemische Begriff von Xylit oder auch Xylitol lautet Pentanpentaol. Der Selbstansatz des Xylit-Nasensprays ist einfach und billig und kann bei Interesse im Internet recherchiert werden.

Studien zeigten, dass Xylit die Aufnahme von Calcium im Darm begünstigt. In der Praxis könnte das bedeuten, dass wir über ein Hilfsmittel gegen Osteoporose (umgangssprachlich „Knochenschwund", erhöhte Bruchgefahr der Knochen im Alter) verfügen. Möglicherweise hat Xylit noch andere positive Eigenschaften in Reserve, die wenig oder noch nicht bekannt sind.

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